Station 16: Scherzer Weiher

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Station 16: Scherzer Weiher
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Scherzer Mühle, seit 1861 in Familienbesitz, hat eine lange Tradition und wurde mehrfach modernisiert, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden.
  • Die Mühle nutzt die Wasserkraft des Scherzbachs, wobei die umliegenden Weiher nicht nur als Staubecken für den Mühlbetrieb entlang des Scherzbachs sondern auch als Löschwasserbecken und für die Eisgewinnung genutzt wurden.
  • Der Büselweiher, einst reich an Wollgras, erinnert heute noch durch seinen Namen an die früher dort wachsende Pflanze, die in der Region mittlerweile selten geworden ist.
Die Scherzer Mühle

Die Mühle in Scherz hat eine lange Tradition. Erstmals in schriftlichen Überlieferungen erwähnt wurde die Mühle zur Zeit von Königin Agnes. Seit 1861 ist die Mühle im Besitz der Familie Meyer und wird heute in der 5. und 6. Generation von H.P. Meyer und Marcel Meyer geführt. Der Betrieb, der ursprünglich mit Wasserrad und Mahlsteinen am Scherzbach arbeitete, erfuhr im Laufe der Zeit einige Modernisierungen, darunter die Umstellung auf eine Walzenmühle im Jahr 1935. In den 1960er Jahren wurde die Herstellung von Mischfutter aufgenommen, gefolgt von der Einrichtung einer Getreidesammelstelle und Trocknungsanlage im Jahr 1968, um den steigenden Anforderungen durch die Mähdrescherei gerecht zu werden. Zehn Jahre später entstand aufgrund von Platzmangel ein neuer Getreidesilo. Heute umfasst das Tätigkeitsfeld der Mühle die Getreidesammlung, die Vermarktung von Inlandgetreide, die Herstellung von Futtermitteln sowie den Handel mit weiteren Futtermitteln.

Die Scherzer Mühle nutzt die Wasserkraft des Scherzbachs. Im ersten Stau, im oberen Weiher am Waldrand, sammelt sich das Wasser und setzt sich das gröbste Schwemmgut ab. Dieser Teich hier, unterer Weiher oder Büselweiher genannt, bildet das eigentliche Speicherbecken, von wo das Wasser durch den Kanal zur Mühle geleitet wird.

Früher stand ganz in der Nähe noch eine zweite Mühle, die sog. Lochmühle. Sie nutzte die ergiebigen Quellen der Weihermatt gleich oberhalb dieses Weihers, die heute für die Wasserversorgung des Dorfes gefasst sind. 1867 wurden die Quellrechte verkauft, die Lochmühle abgebrochen und der zugehörige Mühleteich, der damalige mittlere Weiher, zugeschüttet.

Vergleichsansicht 2018 Vergleichsansicht 1849

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Michaeliskarte 1849 und Landeskarte 2018. In der Michaeliskarte sind die Standorte der beiden Mühlen eingetragen. Die Lochmühle lag bei den mittlerweile zugeschütteten mittleren Weihern.

Die Scherzer Weiher dienten nicht nur dem Müller. Das Eis des oberen Weihers wurde lange Zeit nach Brugg in die Eiskeller einer Brauerei gekarrt, um im Sommer das Bier zu kühlen. Aus dem unteren Weiher pumpte die Feuerwehr ihr Löschwasser, das in einem Dorf mit so vielen Strohdächern (1927 noch 8 strohgedeckte Häuser) lebenswichtig war.

Büselweiher und Büseligras

Schon die Siegfriedkarte von 1878 nennt den Namen "Buselweiher". Die Mulde dahinter, wo mehrere Quellen entsprangen, hiess "Riedmatt" (heute Weiermatt). Das Quellwasser war nährstoffarm, kalt, kalkhaltig, der Boden wassergesättigt, das Ganze ein Ried. An solchen Standorten wachsen die Riedgräser, unter ihnen, mit weissleuchtendem Schopf, das Wollgras. Wegen seiner lang und sehr fein behaarten Samen heisst die Pflanze an vielen Orten «Büseligras».

Noch 1918 kommt das Wollgras in den Rieden des Bünz- und Reusstales häufig vor. Heute sind seine weissen Büseli nur noch an wenigen Stellen in den Regionen Villmergen und Bremgarten sowie im Bözberggebiet zu sehen. An vielen Orten erinnern nur noch Flurnamen an die Riede und ihre schönen Pflanzen.

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